Claus Peter Müller
von der Grün

Vom Hemmschuh zum Möglichmacher:

„Wie wird Bürokratie zum Partner der Wirtschaft? Darüber diskutierte die Sektion Kassel des Wirtschaftsrats Hessen mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Moderiert wurde die Diskussion von Claus Peter Müller von der Grün.“

Das schreibt der Wirtschaftsrat Hessen in einem Beitrag auf Linkedin. Einen wichtigen Impuls für den Abend habe Manfred Pentz MdL, Hessischer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung, gesetzt. Er habe deutlich gemacht: Eine verlässliche und funktionierende Verwaltung bleibe eine wichtige Grundlage für Wohlstand und wirtschaftliche Stärke. Entscheidend sei jedoch, unnötige Hürden abzubauen und Verwaltung so zu gestalten, dass sie Bürgern und Unternehmen als Möglichmacher zur Seite stehe. Hessen sei beim Bürokratieabbau bereits aktiv. Ein erstes Entbürokratisierungspaket mit 120 Maßnahmen sei verabschiedet, ein zweites Paket mit weiteren 90 Maßnahmen sei auf den Weg gebracht. Pentz betonte - Gesetze allein reichten nicht. Es brauche auch ein „Umparken im Kopf“: weniger Vollkasko-Mentalität, mehr Vertrauen in Unternehmer, Bürger und Verwaltung – und eine Fehlerkultur, die Entscheidungen ermögliche, statt Verantwortungsbereitschaft zu bestrafen. 

In der anschließenden Diskussion mit Mark Weinmeister, Regierungspräsident Kassel, Robert Köster, Gesellschafter der Roberts GmbH, Thomas Vix, Geschäftsführer der FACT Steuerberatungsgesellschaft mbH, und Patrick Weilbach, Vorstand der Piper Deutschland AG, wurde deutlich:

Verwaltung und Wirtschaft müssen stärker miteinander statt übereinander sprechen.
Verfahren müssen einfacher, nachvollziehbarer und schneller werden.
Behördensprache muss verständlicher und adressatengerechter sein.
Unternehmen müssen konkrete Fälle unnötiger Bürokratie benennen, damit Politik gezielt handeln kann.
Auch Wirtschaft und Verbände sollten kritisch hinterfragen, wo sie selbst zusätzliche Normen, Nachweise und Zertifizierungen schaffen.

Das Fazit des Wirtschaftsrats: „Gute Verwaltung und wirtschaftliche Dynamik sind kein Widerspruch. Klare Regeln, verständliche Kommunikation, gegenseitiges Vertrauen und mehr Eigenverantwortung können aus Bürokratie einen echten Möglichmacher werden lassen.“